Umgestaltung eines Bauernhauses

Eine Familie restauriert in liebevoller Kleinarbeit ein altes Bauernhaus. Naturstein wird wieder sichtbar gemacht, Balken abgelaugt, Wände neu verputzt . . . Nun sind die einzelnen Zimmer an der Reihe. Für die folgenden Räume erstellte ich Einrichtungskonzepte und überwachte auch die Ausführung:

Das Elternschlafzimmer

. . . war bisher nicht nur für die Eltern da, sondern auch eine Sammelstation für alles, was so im Haus keinen festen Platz hat. Das sollte sich nun ändern: Das Schlafzimmer sollte ein Ort der Ruhe und Geborgenheit werden, ein Platz, an dem man sich nach einem anstrengenden Tag zurückziehen kann um Kraft zu sammeln, ein Ort, wo man auch einmal ganz friedlich allein sein kann. Dazu schwebte meinen Auftraggebern eine Möblierung im französischen Landhausstil vor. Es sollte ein elegant-natürlicher Gesamteindruck entstehen, etwas verspielte Details waren dabei durchaus mit gewünscht.

Und hier die Umsetzung:

Der Fußboden aus lackierten Kiefer-Dielen wurde abgelaugt, mehrfach gebürstet und weiß geölt. Darauf wirken die Schränke aus massivem Kirschbaum besonders schön. Der warme Ton dieses Holzes wird durch die gelb getönten Wände unterstrichen. Hier finden sich – in handgemalten Ranken – die verspielten Details der Decken-Leuchten und des Bezugsstoffes wieder. Das Gewebe in freundlichem Taubenblau schmückt neben dem stilvollen Sessel auch die Wandbespannung hinter dem Bett. Die in creme-gold patinierte Oberfläche des Bettgestelles wirkt ein bisschen antik. Dagegen hält das Innenleben der Liegestatt dem neuesten Stand der Schlafforschung stand: Tellerroste aus Zirbenholz und mit Schulterabsenkung, kombiniert mit den passenden Latexmatratzen, sorgen für die angenehmsten Träume. Ein Paravent und die schlichten Fensterdekorationen komplettieren den Schlafraum: Die Scheiben erhielten kleine Spanngardinen und werden von gestickten Schals aus Leinen eingerahmt. So ist ein Ort zum Träumen entstanden.


Die Kinderzimmer . . .

. . . sind beide sehr klein (ca. 13 m²), sollen aber viele Funktionen erfüllen: ein Bett zum Schlafen, ein Platz für die Hausaufgaben, genug Stauraum und eine gemütliche Sitzecke sind für jedes Zimmer vorgesehen. Natürlich sollte die Gestaltung dieser Räume den Bewohnern entsprechen, aber immer den Grundcharakter des Hauses wiederspiegeln.

Der 14jährige Sohn des Hauses ist sehr lebhaft und sportlich (manchmal gibt es auf dem Flur ein kleines Match zwischen Vater und Sohn) und verwandelt sein Zimmer schon mal in ein „kreatives Wimmelbild“. Da ist es schwierig, sich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren, wenn so viel Interessantes immer im Blickfeld ist. Der Wunsch der Eltern war es hier besonders, den ganzen Raum „reizarm“ einzurichten und so zu strukturieren, dass gar nicht erst so viel Durcheinander entstehen kann.

Hier die Lösung:

Als Grundton für das Jungenzimmer wurde Türkis-Blau gewählt. Dieser eher kühle Farbton bringt etwas zur Ruhe, ohne langweilig zu wirken. Da der Bewohner eher in modernen, gradlinigen Möbeln leben möchte, den Eltern aber das typisch ländliche sehr wichtig war, wurden hier eigens neue Möbel mit Schichtstoffoberflächen konzipiert und gebaut. Dabei gibt es ein interessantes Wechselspiel zwischen Astkiefer-Nachbildung und schlichten Farbflächen. Der Schrank gegenüber vom Schreibtisch hat von vorn nur ein kleines Fach für Dekoratives sowie ein Paar schmale Türen und Schubfächer. Die von der Seite aus zugänglichen Regale sind vom Schreibtisch aus geschlossenen Flächen. Somit wird etwaige Unordnung erst gar nicht sichtbar. Der zweite Schrank entspricht in der Optik dem ersten, hat aber durchgängig geschlossene Fronten. So kann ein maximaler Stauraum ausgenutzt werden. Der Schreibtisch erhielt auf der Rückseite 2 Ausziehböden. Ein angefangenes Projekt darf auch mal liegen bleiben, ohne den Arbeitsplatz zu blockieren. Die sehr minimalistische Leuchte über dem Schreibtisch ist dimmbar und leuchtet den Arbeitsplatz voll aus. Als Grundbeleuchtung wurden Strahler eingesetzt, die in verschiedenen Lichtstimmungen schaltbar sind. Ein gemütlicher Sessel wurde so platziert, dass man sich nach einem anstrengenden Schultag gleich einmal fallen lassen möchte. Dabei nimmt man die Farbwirkung des Raumes wahr und kommt zur Ruhe.


Die Tochter ist ein ruhiges, 12jähriges Mädchen. Sie findet romantisch-verspielte Details besonders schön und liebt Blüten und helle Farben. Da sie sich von ihrem Bruder manchmal „überrannt“ fühlt, braucht sie einen geborgenen Ort, an den sie sich in Ruhe zum Lesen oder Basteln zurückziehen kann. Trotzdem soll dieses Zimmer nicht zu zaghaft wirken, sondern eher anregende Farben bekommen.

Und hier das Resultat:

Auf Grund der sehr beengten Platzverhältnisse (und der Unmöglichkeit, den gewünschten Möbelstil in passenden Teilen zu bekommen), wurde auch die Einrichtung des Mädchenzimmers angefertigt: Alle Türen und Schübe sind mit Ausfräsungen und Aufleistungen sowie mit rustikalen Knopfgriffen verziert. Die Oberflächen erhielten eine durchscheinende, helle Lackierung, die im Kontrast zu den dunkler gebeizten Kränzen steht. Dieser Farbton findet sich auch am geschwungenen Schreibtisch wieder und korrespondiert mit den Einrahmungen der Fenster sowie mit dem offenen Gebälk. Komplettiert wird das Mobiliar durch lichte Grün- und Gelbtöne an den Wänden, die sich auch, etwas verhaltener, in den Textilien wiederspiegeln: Das ganze Zimmer ist eher üppig mit Vorhängen und Tagesdecke ausgestattet. Der geraffte, voluminöse Vorhang am Eingang kann auch einmal zugezogen werden. So entsteht dieses gewünschte Gefühl von Geborgenheit und Ruhe. Das wird noch unterstützt durch die Gestaltung des Sitzplatzes: Durch das Ständerwerk ist eine kleine Abgrenzung entstanden. Diesen Bereich nutzen wir als gemütliche Leseecke, da sich hier noch ein weiteres Fenster befindet. Hinter dem Sessel mit verspielten Volants platzierten wir eine Paneel-Wand aus echtem Moos. Das sieht nicht nur gut aus, es duftet sehr aromatisch und ist ein exklusiver Schallschlucker. Dadurch entsteht ein besonders ruhiger Platz zum Träumen.